Fitness war immer schon ein Teil von mir, schon ab der sechsten Klasse habe ich liebend gern im Fitnessraum der Schule trainiert, hatte keinen Respekt vor der Liegestütz-Lk und irgendwie hatte ich immer den Drang danach mich zu verbessern, mehr zu schaffen und war nie an meine Grenze zu bringen. Zusammen mit meiner Schwester habe ich mich im Fitnessstudio angemeldet. Wir hatten am Anfang noch kaum einen Plan vom richtigen trainieren, haben einfach die Geräte durchprobiert, so wie sie in der Reihe standen. Was wir uns nie getraut haben, war der Gang in den Freihantelbereich. Meister Proper, Popeye und co. haben uns total viel Angst eingeflößt. Nun ist aber doch schon ein Weilchen vergangen und die aufgepumpten Muckimänner können uns so garnichts mehr anhaben.
Der Gang ins Fitnessstudio ist für mich irgendwie total normal geworden und ich vermisse es total, wenn ich einmal krank bin oder einfach die Zeit fehlt.
Zudem habe ich einen Fitnessverrückten an meiner Seite der mich sowieso in die Mangel nimmt und mich echt zwingt an meine Grenzen zu gehen und das ist auch gut so. Aber ich glaube die letzte Zeit in London habe ich die Grenze eindeutig erreicht und das nicht nur im positiven Sinne.
Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr nicht mehr mit euch selbst zufrieden seid, euch unter Druck setzt und denkt überhaupt keinen Fortschritt mehr zu sehen, egal wie viel Mühe ihr euch gebt. Mich hat das total durcheinander gebracht und ich hatte die Lust an Kraftsport und auch an Cardio komplett verloren. Ich habe mir, weil ich keine Ergebnisse beim Trainieren gesehen habe, einige leckere Dinge verboten. Das hatte ich nie vor und genau das war auch ein großer Fehler. Ich war schlecht gelaunt und mit mir selbst einfach nicht mehr im Reinen.
BEGONNEN HAT DAS damit, dass ich fünf mal die Woche ins Studio gerannt bin und meine Trainingseinheiten strickt getrennt habe. Zweimal die Woche Beine und Po, einmal Oberkörper und zweimal Cardio. Ich hatte kaum Erholungspausen dazwischen, meine Muskeln hatten deswegen keine Chance zu wachsen und mein Körper konnte sich nicht regenerieren. Das Muskelwachstum hat stagniert und dazu habe ich verweigert Eiweiß in einer ausreichenden Menge zu mir zu nehmen, weil ich fälschlicherweise dachte, dass ich somit nur mehr an Gewicht zunehmen würde. Alles in allem hat mich dieser fast drei Monate anhaltende Zustand so genervt und verrückt gemacht, dass ich beschlossen habe mich mehr mit dem Thema theoretisch zu befassen und auch mal Hilfe anzunehmen. Ich hatte einfach keine Kraft mehr eine Trainingseinheit richtig durchzuziehen und hab meiner Meinung nach nur noch mit halber Kraft und somit total uneffektiv trainiert. Ich hatte teilweise wieder höllische Knieschmerzen, was mich an meine letzte Zyste und die Wassereinlagerungen im Knie erinnert hat.
JETZT SIEHT ES SO AUS, dass ich mir zwischen meinen Trainingseinheiten ausreichend Pausen lasse, zum durchatmen und auch für meinen Kopf, denn so habe ich wieder richtig Lust zu trainieren, bin ausgeruht und voller Energie. Ich habe mich jetzt für ein Splittraining entschieden, d.h. 10 bis 15 min auf dem Laufband oder Stepper aufwärmen, dann wie gewohnt mein Krafttraining und anschließend 30 bis 45 min Cardio. Das heißt zwar, dass ich wieder längere Einheiten habe, die aber wesentlich effektiver sind und ich endlich wieder das Glücksgefühl nach dem Training habe.
Keine Angst vor großen Gewichten ist auch ein weiterer wichtiger Faktor. Ich hatte immer Angst, dass durch viel Gewicht mein Körper männlich aussehen könnte. Bei einer guten Verteilung jedoch, werden meine Muskeln nicht sofort riesig werden, sondern mehr zum Vorschein kommen und einfach schlank und definierter aussehen.
Protein nehme ich jetzt wieder durch Shakes zu mir und das ist momentan die größte Überwindung. (Wer dazu mehr wissen will, kann gern
hier vorbei schauen)
Ich habe auch wieder aufgehört mir Süßes oder auch mal ungesundes Essen zu verbieten. Eine liebe Freundin hat gestern erst zu mir gesagt: Besser nicht der perfekte Körper, aber glücklich, anstatt ein perfekter Körper und dafür unglücklich. WORD A.
Ich habe echt eine lange Zeit meinen Kopf in den Sand gesteckt, mich nur geärgert und auch meinen Ärger an anderen ausgelassen, anstatt meine Sturheit mal zu vergessen und mir mal helfen zu lassen. Eine Freundin hat mir die ganzen Tipps gegeben und dafür bin ich so sehr dankbar, danke K.
Die Leute die euch mögen, lieben euch auch ohne Sixpack. Und das ist auch der Grund dafür, nicht mehr egoistisch zu denken und nur dem scheinbar perfekten Spiegelbild hinterher zu rennen. Ich werde zwar weiterhin ein Ziel haben und das ist auch nicht verwerflich, aber nicht mehr verbissen sein und Sport wieder mehr genießen